Ich kenne sie noch – die Wählscheiben- und Tastentelefone! Coronabedingt habe
ich die Zahl der Seminarteilnehmer im ABC Atelier reduziert und zusätzlich einen
professionellen Spuckschutz (charmantes Wort) aufgestellt. Das sah plötzlich aus
wie in den alten Knastfilmen; ein bisschen gruselig, wenn Gäste des ABC Ateliers
hinter Plexiglasscheiben sitzen.


Also habe ich die Idee aufgegriffen. Erst wollte ich ein Dosentelefon installieren.
Dann habe ich mich auf die Suche nach betagten Tastentelefonen gemacht und
diese angebracht.


Seither sogen die betagten Telefone für manch Schmunzeln und laden Gäste jeden
Alters zum Spielen ein. Zwei fehlen übrigens noch – falls also bei Euch noch ein
Telefon-Paar im Keller oder auf dem Dachboden schlummert – hier käme es zu
neuen Ehren!

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Im Seminarraum hängt eine Schulkarte. Dunkelgrün, ein bisschen speckig und
vielen aus Grundschultagen bekannt. Diese ist ziemlich alt. Sie zeigt auf der einen
Seite Sütterlin, auf der anderen die lateinische Ausgangsschrift. Ein Stück ABC-
Geschichte, denn Ludwig Sütterlin entwickelte 1911 im Auftrag des preußischen
Kultur- und Schulministeriums diese Ausgangsschrift, um Kindern das Erlernen der Schreibschrift zu erleichtern.


Bis dahin war tatsächlich noch mit dem Vogelkiel geschrieben worden – und
vermutlich gabs bei jedem Tintenklecks eine Ohrfeige. Sütterlin dozierte übrigens an den „vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunde in Berlin „Künstlerische Schrift“ und zeichnet beispielsweise für das erste, markante AEG Logo verantwortlich. 1951 verbot die NSDAP den Schrifttyp. Nach dem Krieg folgte die lateinische Ausgangsschrift.


Ich bin jedenfalls froh, Sütterlin zumindest rudimentär lesen zu können, denn beim
autobiographischen Schreiben wurde ich bereits mit manch altem Dokument
konfrontiert. Beispielsweise Feldpost oder Auszügen aus Kirchenbüchern.
Übrigens: Ein dazu passender, gusseiserner Kartenständer wäre toll und bekäme
einen Ehrenplatz!

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Nur 20 Euro? Schon sitze ich im Auto nach Münster, so einen Schatz kann ich mir
nicht entgehen lassen… Vor zwei Jahren habe ich ein hölzernes Schulstühlchen von
1956 erworben, das sein Dasein in einem Keller fristete. Sanft poliert, zieht es jetzt
im Atelier-Schaufenster die Blicke auf sich. An seinem rostigen Haken hängt eine
ebenso betagte, lederne Schultasche. Mit Pferdchen drauf, klar, schließlich ist das
ABC Atelier in der Pferdestadt Warendorf. Manchmal, wenn ich in stillen Stunden auf dem immer noch bequemen Stühlchen hocke, dann frage ich mich, wie viele Schüler
es beim ABC-Lernen begleitet haben mag. Aber auch, wie viele auf diesem Stuhl
gezappelt, gezaudert und geschwitzt haben.

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Plötzlich war sie da. Die Wende. Und es war der Verleger des Hellweger Anzeigers in Unna, Günter Rubens, der in den Neuen Bundesländern eine
Zeitungsneugründung wagte. Unna war seit 1989 Partnerstadt der sächsischen
Stadt Döbeln. Der neue Titel orientiert sich namentlich am Döbelner Anzeiger, der
bis 1945 vom Verleger Thallwitz herausgegeben wurde. Ab April 1990 erschien der Döbelner Anzeiger als eine der ersten und erfolgreichen neugegründeten
Tageszeitungen nach der Wende. In den ersten Jahren wurde die Zeitung noch im
500 Kilometer entfernten Graphischen Betrieben F.W. Rubens in Unna gedruckt. Zu
nachtschlafender Zeit fuhr ein Bulli mit den frisch gedruckten Exemplaren „nach
drüben“.


Ich war als Unnaer Redaktionsmitglied Teil dieser Redaktionsidee. In einer Zeit, in
der es in den Neuen Bundesländern kaum Telefone, dafür umso mehr Schlaglöcher
gab. Übrigens auch keine Autobahnausfahrt, der Fahrer setzte die Redaktionsgäste
nachts mitten im Grünen raus. Dafür grillten nette Menschen tagsüber an der
Autobahn Bratwürstchen für Hungrige.
Der Kollege in Sachsen suchte sich mittags eine stattliche Erhebung, um von dort
Texte per DFÜ zu übertragen. Ja, liebe Kinder, es gab keine Handys und kein
Internet, bloß ein Fax mit sehr vielen Graustufen.


Ich habe mit Kollegen zusammengearbeitet, die von der Ausbildung her eher eine
Autowerkstatt hätten führen können. Mit hochmotivierten, gastfreundlichen
Menschen, die Lust auf eine neue Zeitung hatten. Geschlafen haben wir
Besuchskollegen meist in einem Altenheim – Hotels gab es nach der Wende nicht.
An diese schöne Zeit, in der ich das Erzgebirge und die Sächsische Schweiz kennen und lieben lernen durfte, erinnert mich eine betagte Schreibmaschine. In meinem ABC Atelier ist diese Continental-Schreibmaschine inszeniert – mit dem Bild der Wanderer-Werke AG aus Chemnitz.


Ich bin dankbar, ein kleiner Teil des Neuanfangs gewesen zu sein – und manche
Zeile über Chemnitz und Umgebung verfasst zu haben.

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Mord hinterm Koppelzaun – der erste Warendorfer Pferdekrimi.

Jetzt kriminalisiert sie auch noch… Eigentlich hatte ich zwei Ideen – ich wollte ein
Münsterländer Wildkräuterkochbuch oder einen Krimi schreiben. Dann sind sich die
beiden Ideen irgendwie begegnet. Seither wird kräftig gemordet, geschlemmt und
kriminalisiert – mit vorlauten aber sehr erfolgreichen Ponys. Wirf einen Blick in die Leseprobe oder sichere Dir direkt das eBook oder den gedruckten Krimi.

Pferdekrimi-Mord-hinterm-Koppelzaun-Birgitta-Raulf

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Ich werde Dich jetzt viel öfter tragen. Direkt hinter dem Ohr, da, wo andere eine
Haarspange haben – das wird Dein Ehrenplatz, ein Platz gegen das Vergessen. Es gab Zeiten, da konnte keiner ohne Dich: Der Metzger schrieb mit Dir auf rosarotem
Packpapier, der Tischler notierte mit Dir das Maß, der Kellner krakelte die Schlussrechnung, Kinder starteten mit Dir beim Schwingen und Schreiben – und ich
habe mit Dir als Freie Mitarbeiterin bei der Tageszeitung meine ersten Stichpunkte
notiert. Für den Artikel, den ich dann auf einer Koffer-Schreibmaschine verfasste,
gab‘s übrigens 15 Pfennig je Zeile.


Nur einmal hast Du mich verlassen, obwohl ich lange mit den Zähnen an Dir geschabt und genagt habe – in Mathe. Ist längst verziehen. Heute erinnere ich an
den aus bestem (nachhaltigem) Holz geschnitzten, geduldigen Alleskönner – längst
mit bleifreier Mine unterwegs.

ABC Atelier Bleistifte

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